Die Nieren gehören zu den wichtigsten Organen des menschlichen Körpers – und dennoch schenken viele Menschen ihnen erst Aufmerksamkeit, wenn bereits Beschwerden auftreten. Dabei lässt sich die Nierengesundheit durch gezielte Maßnahmen langfristig erhalten. In diesem Beitrag erfahren Sie wissenschaftlich fundiert und praxisnah, was der Niere wirklich gut tut und wie Sie Ihre Nieren präventiv schützen können.
Warum gesunde Nieren so wichtig sind
Die Nieren sind bohnenförmige Organe, die rechts und links der Wirbelsäule liegen. Ihre Aufgaben sind lebenswichtig:
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Filterung von Stoffwechselendprodukten und Giftstoffen aus dem Blut
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Regulierung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts
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Kontrolle des Blutdrucks
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Beteiligung an der Bildung roter Blutkörperchen
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Aktivierung von Vitamin D für stabile Knochen
Chronische Nierenerkrankungen entwickeln sich häufig schleichend. Laut internationalen Gesundheitsdaten zählen Bluthochdruck und Diabetes zu den häufigsten Ursachen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig präventiv zu handeln.
1. Ausreichend trinken – aber richtig
Eine angemessene Flüssigkeitszufuhr unterstützt die Nieren dabei, Abfallstoffe effizient auszuscheiden. Studien zeigen, dass eine moderate, regelmäßige Hydration das Risiko für Nierensteine und Harnwegsinfektionen senken kann.
Empfehlung:
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Etwa 1,5–2 Liter Wasser pro Tag (bei Hitze oder körperlicher Belastung mehr)
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Ungesüßte Tees sind ebenfalls geeignet
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Stark gezuckerte Getränke vermeiden
Wichtig: Bei bestehenden Nierenerkrankungen sollte die Trinkmenge individuell ärztlich abgestimmt werden.

2. Blutdruck kontrollieren – Schlüssel zur Nierengesundheit
Bluthochdruck ist einer der bedeutendsten Risikofaktoren für chronische Nierenerkrankungen. Dauerhaft erhöhte Druckverhältnisse schädigen die feinen Gefäße der Niere.
Ein optimaler Blutdruck liegt im Allgemeinen unter 130/80 mmHg (individuelle Zielwerte bitte ärztlich klären).
Was hilft?
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Gewichtsreduktion bei Übergewicht
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Regelmäßige Bewegung
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Salzreduktion
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Stressmanagement
3. Blutzucker stabil halten
Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für eine diabetische Nephropathie. Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt die empfindlichen Filtereinheiten (Nephrone).
Eine gute Blutzuckereinstellung kann das Fortschreiten einer Nierenschädigung deutlich verlangsamen oder sogar verhindern.
4. Salz bewusst reduzieren
Eine hohe Kochsalzzufuhr steigert den Blutdruck und belastet damit indirekt die Nieren.
Wissenschaftlich empfohlene Obergrenze:
Maximal 5–6 Gramm Salz pro Tag.
Praktische Tipps:
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Weniger Fertigprodukte
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Frische Lebensmittel bevorzugen
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Mit Kräutern statt Salz würzen
5. Nierenfreundliche Ernährung
Eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung wirkt sich positiv auf die Nierenfunktion aus. Besonders empfehlenswert ist eine mediterrane Ernährungsweise.
Gut für die Nieren:
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Gemüse und Obst
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Vollkornprodukte
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Hülsenfrüchte
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Nüsse
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Hochwertige Pflanzenöle (z. B. Olivenöl)
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Moderate Eiweißzufuhr
Eine dauerhaft sehr eiweißreiche Ernährung kann bei Risikopersonen die Nieren zusätzlich belasten. Hier gilt: Qualität vor Quantität.
6. Schmerzmittel nur mit Bedacht einsetzen
Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie z. B. Ibuprofen oder Diclofenac können bei langfristiger oder hochdosierter Anwendung die Nierenfunktion beeinträchtigen.
Besonders gefährdet sind:
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Ältere Menschen
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Personen mit Bluthochdruck oder Diabetes
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Menschen mit bereits eingeschränkter Nierenfunktion
Schmerzmittel sollten daher nicht dauerhaft ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden.
7. Bewegung fördert die Nierengesundheit
Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert:
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Blutdruckwerte
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Blutzuckerkontrolle
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Körpergewicht
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Gefäßgesundheit
Empfohlen werden mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche (z. B. zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen).
8. Rauchen vermeiden
Rauchen verschlechtert die Durchblutung der Nieren und erhöht das Risiko für Gefäßschäden. Studien zeigen, dass Raucher ein höheres Risiko für das Fortschreiten chronischer Nierenerkrankungen haben.
Ein Rauchstopp ist eine der effektivsten Maßnahmen für die Gesamt- und Nierengesundheit.
9. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
Gerade bei Risikopersonen (Bluthochdruck, Diabetes, familiäre Vorbelastung) sind regelmäßige Kontrollen entscheidend:
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Kreatininwert im Blut
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Berechnung der eGFR
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Urinuntersuchung auf Eiweiß
Früherkennung kann helfen, eine Nierenerkrankung rechtzeitig zu behandeln.
Fazit: Prävention ist der beste Schutz für die Niere
Was tut der Niere gut? Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr, kontrolliertem Blutdruck und Blutzucker sowie regelmäßiger Bewegung bildet die wissenschaftlich fundierte Grundlage für eine langfristige Nierengesundheit.
Die gute Nachricht: Viele Risikofaktoren lassen sich aktiv beeinflussen. Wer frühzeitig präventiv handelt, kann das Risiko für chronische Nierenerkrankungen deutlich reduzieren.
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